25.04.2016

Verfahrensoptimierer im Feierabendhaus

Das Symposium von Simulationsexperten hat sich seit einigen Jahren zu einer festen Größe der Branche entwickelt. Auch in diesem Jahr diskutierten Fachleute aus Forschung und Industrie wieder in Knapsack.


Experten aus Forschung und Praxis trafen sich im Feierabendhaus Knapsack

Ob bessere Produktausbeute, schnellere Produktwechsel oder geringere Energiekosten – der Druck auf die Produktionskosten sorgt dafür, dass bestehende Anlagen heute stärker denn je auf ihr mögliches Optimierungspotenzial hin untersucht werden. Dank vielfältiger Optimierungs- und Simulationstools sind solche Verbesserungen in den letzten Jahren deutlich schneller und kostengünstiger realisierbar als früher. Dabei gehört die Software Chemcad zu einer der führenden Lösungen für solche Simulationen. Wie mit dieser Lösung und ihren Neuerungen Verfahren in der Praxis verbessert werden können, präsentieren Experten aus Forschung und Praxis beim „Vierten Symposium für computergestützte Prozessoptimierung“ Ende Februar im Knapsacker Feierabendhaus. Daneben diskutierten die Teilnehmer weitere Projekte, in denen das Simulationstool Aspen eingesetzt wurde.

In diesem Jahr hatte der Softwarehersteller Chemstations, der das Symposium mit Unterstützung von InfraServ Knapsack organisierte, im Vorfeld außerdem erstmals zu einem Wettbewerb aufgerufen. Die Aufgabe: Eine bestehende Kolonne sollte sich durch dynamische Optimierung auch für andere Trennaufgaben nutzen lassen. Ziel war es, die Zeit für den Wechsel der Produkte durch die Simulation so kurz wie möglich zu gestalten. An diesem Wettbewerb beteiligten sich rund 80 Vertreter von Hochschulen und Industrie mit unterschiedlichen Ansätzen. Sie reichten von mehreren Optimierungsschleifen nach dem ‚Trial and Error´- Prinzip bis hin zu mathematischen Modellen. „Die Ergebnisse der Teilnehmer lagen trotz der unterschiedlichen Herangehensweise erstaunlich nah beieinander“, sagt Volker Butz aus dem Engineering der InfraServ Knapsack. Die kürzeste Zeitspanne für den Produktwechsel ermittelte eine Studentin aus Polen, die ihre Lösung auf dem Symposium präsentieren durfte.

Die Wettbewerbspräsentationen wurden durch weitere praxisorientierte Vorträge rund um das Thema Verfahrensoptimierung ergänzt. Unter anderem berichtete Butz über seine Erfahrungen beim Umbau eines bestehenden 9-Kolonnen-Systems. Er zeigte, wie die Verbesserungen in der Planung und der Inbetriebnahme der Kapazitätserweiterung umgesetzt und mit welchen Maßnahmen Energieeinsparungen realisiert wurden. „Unsere Simulation lieferte dem Kunden wertvolle Informationen für die Verbesserung des Verfahrens bzw. zu einer deutlichen Einsparung von Betriebskosten“, so Butz. „Denn aufgrund der Komplexität ließ es sich nicht mehr allein durch Erfahrungswerte oder Intuition optimieren.“

Sowohl im Anschluss an die einzelnen Vorträge als auch in den Pausen nutzten die Experten aus Forschung, Petrochemie, Chemie und Anlagenbau die Gelegenheit, sich intensiv auszutauschen. Butz: „Mit rund 40 Teilnehmern ist die Veranstaltung noch übersichtlich genug, um interessante Gespräche zu führen, gleichzeitig bietet sie aber auch Gelegenheit, Anforderungen an die Software direkt mit dem Hersteller zu diskutieren, der unter anderem durch seinen Vizepräsidenten Steve Brown in Knapsack vertreten war.“