10.08.2016

Gefahrgut rundum sicher verpackt

Um Unfälle mit Gefahrstoffen auf Straße, Schiene oder Seeweg zu vermeiden, sind regelmäßige Schulungen unerlässlich. InfraServ Knapsack bietet sie für die Standortbetriebe und auch für externe Firmen an.


Damit im Chemiepark Knapsack hergestellte Produkte sicher transportiert werden können, ist es wichtig, dass sie vorschriftsmäßig klassifiziert und verpackt sind. Die Vorschriften werden immer wieder überarbeitet. „Oft sind das Kleinigkeiten, wie zum Beispiel eine Veränderung der Schriftgröße“, weiß Joachim Baumann, Gefahrgutbeauftragter bei InfraServ Knapsack. Das Thema ist komplex, daher sind regelmäßige Schulungen nötig, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. 

Solche Schulungen bietet InfraServ Knapsack zweimal im Jahr für alle Standortunternehmen im Chemiepark an, denn diese sind verpflichtet, die „beauftragten Personen“ regelmäßig zu schulen. Diese wiederum unterweisen die Mitarbeiter. Auch externe Firmen können sich zu den Terminen anmelden. 

Zuletzt fand eine solche Schulung im April statt, zum zweiten Mal organisiert von Joachim Baumann als Nachfolger von Manfred Wiedenau. Die Bandbreite umfasste die Vorschriften für alle im Chemiepark relevanten Gefahrgut-Klassen. „Da kommt im Grunde alles vor außer Sprengstoff und radioaktiven Stoffen“, erklärte Baumann. Alle Transportmöglichkeiten seien vertreten, von Tankzügen über Container, Fässer, Kartons oder Säcke bis hin zum Tankschiff. Wie wird überhaupt die richtige Verpackung ausgewählt? Darf ein bestimmtes Gefahrgut in Fässern transportiert werden oder nicht? Das ist wichtig zu wissen, um von vorneherein Unfälle zu vermeiden. 

An den drei Schulungstagen wurden abschnittweise die Regelungen für den internationalen Gefahrguttransport behandelt, zunächst für den Lufttransport (IATA-DGR), dann für den Transport auf Straße (ADR), Schiene (RID) und den Seeweg (IMDG-Code) bzw. im Binnenschiffverkehr (ADN). Beide Schulungsteile wurden von einer externen Kraft abgehalten, Irena Meyer von Chem-Safe Consultants, die auch direkt vor Ort die anschließenden Prüfungen abnahm. Denn beispielsweise Gefahrgut für den Lufttransport darf nur verpacken, wer die Prüfung des Luftfahrtbundesamtes (LBA) bestanden hat. Die zugehörige Dokumentation ist nur erlaubt, wenn man die zusätzliche Prüfung des LBA für das vorschriftsmäßige Versenden bestanden hat. 

Fragerunden durften an den Schulungstagen nicht fehlen. „Die Teilnahme ist auch für mich immer wieder interessant“, erläuterte Baumann. Denn Meyer wisse bereits, mit welchen Änderungen in naher Zukunft zu rechnen sei. Im kommenden Jahr ändert sich etwa einiges bei Verpackung und Transport von Lithiumbatterien. Baumann: „Es ist wichtig, solche Informationen frühzeitig weiterzugeben, damit sich die Betriebe darauf einstellen können.“

Sowohl die Schulungen als auch die Dokumentation des Gefahrguttransportes sind ein Service der InfraServ Knapsack für die Standortunternehmen. Seit 2014 gehört auch eine Schulung für die Betriebsleiter dazu, die im kommenden Herbst zum zweiten Mal stattfindet.