21.01.2019

Bauen ohne Überraschungen

Digitale Lösung für mehr Sicherheit: Der neue Prozess „Schachterlaubnis“


„Früher waren wir gut und sicher, heute sind wir ein Stück besser und sicherer. Und daran wollen und müssen wir weiter arbeiten.“ Ganz in diesem Sinne war auch die Optimierung des Schachtfreigabeprozesses und damit der Sicherheitsrichtlinie 7 „Schachterlaubnis“ ein maßgeblicher, sinnvoller Schritt. Ganz sicher.

Für mehr Arbeitssicherheit, zum Schutz der unterirdischen Systeme bei Tiefbauarbeiten, zur Einsparung von Kosten durch genaue Plandaten – das waren und sind drei gute Gründe, die vorhandenen Abläufe zu verbessern und zu digitalisieren.

Wann immer im Chemiepark gebaut wird, muss vor Beginn der Tiefbauarbeiten gemäß der Sicherheitsrichtlinie 7 eine Schachterlaubnis eingeholt werden. Über 20 Jahre funktionierte das ohne eine saubere Prozessbeschreibung. Im Bewusstsein des Gefahrenpotentials, das darin liegt, bildete man im Oktober 2015 bei der Infraserv Knapsack eine Projektgruppe um Robert Hemmersbach, heute Zentrales Planmanagement VuE Netze, und Andreas Wunsch, Steuerung Bauausführung. Erste Aufgaben waren die Analyse des Ist-Zustandes, das Sammeln von Daten und die Beschreibung der Zielsetzung, nämlich den Prozess zu digitalisieren, zu systematisieren und zu zentralisieren. Dazu zählte auch die Schaffung eines zentralen Planmanagements, die Benennung fester Ansprechpartner für einzelne Bereiche und eine transparente und nachvollziehbare Dokumentation der Schachtfreigaben.

Unverzichtbare Unterstützung leisteten die Kollegen aus der IT, die das Handwerkszeug lieferten, um die Ziele umzusetzen. Seit Mai/Juni 2018 wird der Antrag auf Schachterlaubnis online erstellt. Eine Share-Point-Lösung sorgt für Systematik und Transparenz. Die jeweilige Schachterlaubnis wird unter eigener, fortlaufender Nummer geführt, alle Beteiligten arbeiten in denselben Vorgang hinein, eine Verknüpfung zum Archivierungssystem ist gegeben.

Mit der örtlichen Freigabe wird ein Baustellenschild ausgehängt, das unter anderem wichtige Ansprechpartner nennt. Zukünftig soll ein Flyer die ausführenden Firmen über relevante Punkte in Sachen Arbeitsschutz aufklären, quasi als nochmalige Absicherung, dass gemäß den Vorgaben der ISK gearbeitet wird.

„Tiefbau heißt manchmal auch, alte Strukturen aufbrechen“, lacht Andreas Wunsch. „Um bis hierher zu kommen, mussten alle Beteiligten sehr viel Zeit investieren und Ressourcen für das Projekt generieren. Wir haben abteilungsübergreifend zusammengearbeitet und das sehr gut!“ Robert Hemmersbach ergänzt: „Inzwischen sind auch anfängliche Skeptiker überzeugt, dass diese Form des Schachtfreigabeprozesses eine wertvolle Sache ist. Für die Zukunft hoffen wir, mit Unterstützung der Unternehmen am Standort eine hundertprozentige Dokumentation aller Kabel, Rohre und Kanäle im Untergrund zu erreichen. Für die Sicherheit und den wirtschaftlichen Erfolg aller hier im Chemiepark Knapsack.