07.11.2018

Erfahrung macht den Unterschied

Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen – dachte sich auch Ralf Reitz, als der Kunde LyondellBasell bei einer Ölfilterkontrolle im Chemiepark Knapsack minimale Metallpartikel findet und den erfahrenen Mitarbeiter aus dem Bereich Prüfmanagement & Elektrotechnik der InfraServ Knapsack informiert.


Reitz erinnert sich: „Das war zu diesem Zeitpunkt zwar noch kein dramatisches Problem, hat mich aber skeptisch gemacht.“ Reitz führt umgehend engmaschige Messungen an dem mehrere Tonnen schweren Bauteil durch, kommt dafür sogar extra vor seinem eigentlichen Arbeitsbeginn und am Wochenende in den Chemiepark Knapsack – und verhindert auf diese Weise höchstwahrscheinlich einen kapitalen Schaden am Getriebe des Kunden.   

„Nach einiger Zeit war ich mir sicher, dass das Lager auf der Gegenseite der Eingangswelle einen Innenringschaden hat“, so Reitz, der diese Erkenntnis umgehend dem Kunden mitteilt. Der ursprüngliche Plan, das Getriebe durch einen externen Dienstleister zerlegen und detailliert überprüfen zu lassen, konnte daraufhin verworfen werden. Denn das hätte mehrere Tage bis Wochen in Anspruch genommen, in dem das Bauteil entsprechend außer Betrieb gewesen wäre – stattdessen konnte das Getriebe dank der präzisen Eingrenzung des Schadensbilds innerhalb nur eines einzigen Tages repariert werden. 

Dass Ralf Reitz den Schaden überhaupt entdeckt und diesen dann auch noch präzise (und, wie sich letztlich zeigte: korrekt) eingrenzen konnte, ist vor allem auf dessen immensen Erfahrungsschatzes zurückzuführen, wie Thomas Saß, Leiter Prüfmanagement & Elektrotechnik bei Infraserv Knapsack, erläutert: „Das kann man in dieser Form weder bei Schulungen lernen und auch die besten Messgeräte allein können das nicht leisten. Denn Getriebe dieser Größenordnung haben unter anderem unzählige Seitenbänder und Zahnradpaarungen sowie mehrere Lager – entsprechend viele Schadensfrequenzen können sich ergeben. Die eigentliche Leistung besteht deshalb darin, die Schadensfrequenz richtig zuzuordnen und zu deuten.“

Über die Punktlandung freuen sich nicht nur Ralf Reitz und dessen Vorgesetzter, sondern vor allem auch der Kunde. Statt eines kapitalen Schadens konnte das Getriebe innerhalb eines Tages durch die Fachstelle des Kunden repariert werden und die Linie 34 wieder in Betrieb genommen werden. Alles in allem also „ein hervorragendes Beispiel für tolle, bereichsübergreifende, zustandsabhängige Instandhaltung“, wie Carsten Sluiter, Maintenance Manager bei LyondellBasell, betont. Und auch Dietmar Sass, ebenfalls LyondellBasell, lobt: „Vielen Dank für die motivierte Unterstützung. Schön, dass wir gemeinsam zu diesem positiven Ergebnis gekommen sind.“